[wilhelmtux-discussion] base4kids2 (Technologiestudie)
Theo Schmidt
sus2006 at bluewin.ch
Wed Apr 28 11:20:34 CEST 2021
Ich habe jetzt noch
https://docplayer.org/28514425-Technologiestudie-base4kids2.html
durchgearbeitet, hier Zusammenfassung (ohne Gewähr):
77 Seiten von Luigi Caraccioli et al. im Auftrag des Schulamts der Stadt
Bern, Projektleitung Jürg Moor et al., von 18.1.2016 bis 12.8.2016.
Sehr umfassend. Stand damals von base4kids1 (https://base4kids.ch): 7600
SchülerInnen + 1400 Lehrpersonen in 46 Schulhäusern. Es gab 1500
Notebooks, 500 PCs, Netz und Peripherie, zentrale Server der
Informatikdienste Bern plus lokale NAS-Speicher. SW nicht beschrieben,
vermutlich das meiste Microsoft plus Lernsoftware.
Lehrpersonen waren damals mehrheitlich zufrieden aber nur 50% von ihnen
nützten es und 73% der Kindergartenlehrpersonen lehnten (2014) ICT auf
dieser Stufe generell ab. Rund 50% der SchülerInnen nützen es weniger
als 1x pro Woche.
Kritik der Lehrpersonen:
- Login dauert zu lang.
- langsam, träge
- schlechte Usability
- zu wenig Hardware
- wenig und schlechter Support durch die Informatikdienste
- gar kein Support für Peripherie (z.B. Drucker)
- zu komplex und kompliziert.
Kritik der ICT-Verantwortlichen:
- Hetereogenität und alle damit zusammenhängende Probleme.
Dann folgen Analysen der Arten von Software. "Open Source Software" wird
nur im Zusammenhang mit Diensten beschrieben:
- Moodle
- Ilias
- Educanet2
- OLAT
plus weitere inklusive Google Classroom aber *nicht* Lernstick!
Anforderungen base4kids2:
- Kindergarten-4. Klasse: 1 Gerät pro 4 SchülerInnen
- 5.-6. Klasse: 1 Gerät pro 2 SchülerInnen
- 7.-9. Klasse: 1 Gerät pro SchülerIn
- 1 Notebook pro aktive Lehrperson
- + Peripherie
- performantes kabelloses überall-und-immer Netz
Priorität u.a.:
- keine sensible Daten im Ausland
- identisches Look-and-feel
- offene Kommunikation
- persönliche Beratung der Lehrpersonen durch das Schulamt.
Zeitdauer:
Anfang 2017, Abschluss Ende 2019.
Geschätzte Kosten über 5 Jahre:
- 7.3 Millionen Investition
- 10-11 Millionen laufende Kosten
Endziel 2026:
1 Gerät pro SchülerIn inkl. Eigengeräte BYOD): von 7000 Schulgeräte +
1000 BYOD bis 10'000 Schulgeräte und keine BYOD
Dann folgt eine umfangreiche Analyse der Netzmöglichkeiten:
- alles verdrahtet
- WLAN
- Mobilfunk
Wenig überraschend wird WLAN als die optimale Lösung betrachtet.
Dann folgen Empfehlungen:
- Cloud, Web-Anwendungen
- 25 GB Netzspeicher pro SchülerIn
- explizit MS Office und Office 365
- BYOD
*Mein* Fazit:
- Das bereits "zu komplizierte" base4kids1 wird noch komplizierter.
- Das Angebot allein von Lernsoftware und -Diensten ist enorm. Viel was
"OSS" genannt wird, ist proprietär eingebunden und teuer und/oder wird
so kompliziert beschrieben, dass man die Finger davon lässt!
- Die 100% Netz-Lösung ist anspruchsvoll.
- Das Schulamt kennt "normale" FOSS nicht und benutzt selber Microsoft,
wie ihre explizite Empfehlung zu MS-Office zeigt, trotzt zugegebenem
Widerspruch zu allen-Daten-in-der-Schweiz.
- "Identisches Look-and-feel" im Widerspruch zu BYOD, Cloud und FOSS,
unmöglich. Nur einheitliche "Oekosysteme" der grossen Konzerne können
und wollen dies bieten.
- Fast alle überfordert, zu hohe Ziele, zu wenig personelle Ressourcen.
- Datensicherheit ist ein Thema, Vendor Lock-in und damit
zusammenhängende Probleme überhaupt nicht (kein Wort!)
- Unter diesen Umständen musste die später gewählte Implementierung
schon allein an den Ansprüchen scheitern.
LG, Theo
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