[wilhelmtux-discussion] Microsoft zieht in Schulzimmer ein (Test openeduserver)

Theo Schmidt sus2006 at bluewin.ch
Fri Apr 16 11:50:56 CEST 2021


On 14.04.21 09:21, Beat Döbeli Honegger wrote:
> Hallo zusammen,
...
> [1] https://www.bern.ch/mediencenter/medienmitteilungen/aktuell_ptk/die-schulinformatik-base4kids2-wird-neu-strukturiert-1/dokumente/schlussbericht-mabuco-gmbh-base4kids2.pdf/download
> 
> [2] https://docplayer.org/28514425-Technologiestudie-base4kids2.html
> 
> [3] https://www.heise.de/hintergrund/Schule-digital-Wie-der-Lock-In-Effekt-unsere-Schulen-beschraenkt-6006927.html

Vielen Dank, Beat! Ich habe die Sachen überflogen.

Bei [1] teile ich die Einschätzung, dass iPads für die 
Dokumentbearbeitung nicht so toll sind, einfach weil Tastatur und Maus 
fehlen. Ich verwende mein Tablet zur Dokumentbearbeitung nur im Notfall.

Dazu kommt meine Meinung, dass wenn schon Tablets, iPads die 
schlechteste Lösung ausserhalb eines reinen Apple-Ecosystems darstellen, 
da sie wahrscheinlich so geschlossen sind wie nur möglich, so dass z.B. 
(vermutlich) keine anderen Betriebssysteme darauf laufen und man der 
Firma Apple mit einem sehr starken Lockin ausgeliefert ist und wohl auch 
alternative Workarounds nicht anwenden kann, sogar auf Cloud-Basis.

Dann folgt aus dem Bericht einfach die Meinung von Mabuco, dass Funktion 
vor der politischer Randbedingung (OSS) steht, also lieber eine MS 
Office 365 etc. Lösung mit weniger Funktionsproblemen als eine 
öffentiche Lösung mit (naturgemäss?) mehr solchen Problemen. Ich sehe 
das anders herum. Der "korrekte" Weg ist fast immer beschwerlicher als 
der "goldene" Weg, das steht schon in der Bibel. Natürlich muss eine 
minimale Funktionalität gegeben sein, und das könnten wir hier diskutieren.

Dass sich so viele Lehrer beschweren zeigt, dass die Lösung offenbar zu 
wenig gut funktioniert und supportet wird, aber muss man sie wirklich 
ganz aufgeben und mit etwas ersetzen, das zwar ausgereifter ist, aber 
neue Probleme bereitstellt, wie [3] sehr gut beschreibt?

Also, ich mache mal den Selbsttest mit meinem älteren Notebook (CORE 15 
Prozessor), MX 19.2 Linux drauf (eine aktuelle "medium-weight" 
Distribution aber ich habe sie nicht aktualisiert), mit Firefox 76 
Browser, 4 Mbit/s Leitung und WLAN, und https://openeduserver.ch/ von CH 
Open zur Verfügung gestellt. Ich hatte das vor ca. 2 Jahren schon 
ausprobiert, aber damals entnervt aufgegeben.

Eine neue Registrierung war schnell erledigt (könnt ihr vermutlich 
auch), und jetzt steht mir eine NextCloud mit Zusätzen zu Verfügung. Im 
Gegensatz zum letzten Mal funktioniert sie nun jetzt. Das Manual leider 
nur auf englisch, aber es geht auch ohne. Es hat einen integrierten 
"Texteditor" (Markdown), der schnell ist und einfache Formatierungen, 
Stile, Links und Bilder erlaubt, was eigentlich für die allermeisten 
schulischen Textarbeiten genügen sollte.

Leider ist das versprochene 
https://www.libreoffice.org/download/libreoffice-online/ nicht 
verfügbar. Mann kann aber existierende Dokumente in diversen Formaten 
öffnen oder neue in ODF-Formaten erstellen. Dann startet 
https://www.collaboraoffice.com/de/code/ und hier ist das nervigste; die 
Initialisierung dauert 20 Sekunden! Und muss für jedes neue Dokument neu 
gemacht werden. Das müsste wohl verbessert werden. Abspeichern in 
Fremdformaten scheint nicht zu gehen, hingegen der PDF-Export, aber ohne 
die Optionen wie beim lokalen Libre Office.

Mein Fazit:
Wäre ich Schüler oder Lehrer, wäre ich damit mehr als zufrieden *wenn 
auch* ein Libre Office oder ähnliches *lokal* installiert wäre, damit 
Collabora nur selten benützt werden müsste.

Wie seht ihr das, besonders du Beat, als Experte?

LG, Theo



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