[wilhelmtux-discussion] Microsoft zieht in Schulzimmer ein
Theo Schmidt
sus2006 at bluewin.ch
Mon Apr 12 19:53:44 CEST 2021
Hallo Markus und zusammen,
On 12.04.21 18:33, Markus Wernig wrote:
...
>> Es geht weniger um die technischen als um die politischen Aspekte. Hier
>
>> werden mit Steuergeldern die reichsten Aktionäre der Welt unterstützt
>
> Wohl wahr! Und aus Sicht der öffentlichen Hand sollte man meinen, dass
> es ein Interesse gäbe, lokale Anbieterinnen (und deren Aktionäre ;-)) zu
> bevorzugen.
>
> Mal abgesehen davon, dass das allein für die meisten Politiker*innen
> schon ein heißes Eisen ist (z.B. wenn dieser lokale Anbieter im Besitz
> einer Exponentin einer bestimmten politischen Partei ist), ...
So lokal müssen Anbieter ja nicht sein...
...
>> und den Konzernen erlaubt, mit staatlicher Unterstützung unsere Kinder
>> mit ihren Produkten anzufixen,
>
> OK, also das klingt mir jetzt doch ein bisschen zu verschwörerisch. Wenn
> das bloße Verwenden von Software schon eine Suchtgefahr für Kinder
> darstellt, wäre mir hier einerseits nicht einsichtig, warum von Freier
> Software diese Gefahr nicht ausgehen soll, und andererseits, warum man
> dann überhaupt Kinder Software verwenden lässt.
Meine Aussage ist natürlich verkürzte Polemik und betrifft mehrere Ebenen.
- Hardware: Vom PC oder Laptops selber gehen noch kaum Suchtpotential
oder gesundheitliche Schäden aus, bei Tablets schon eher, aber ganz
eindeutig bei Smartphones schon mit Standardsoftware, was jedoch nichts
mit diesem Thema zu tun hat. Dass man aber in diesem Projekt iPads nimmt
statt vermutlich günstigere und universellere Tablets verstehe ich nicht.
- Software hat natürlich Suchtcharakter unabhängig davon ob proprietätär
oder FOSS, aber dürfte sich in Grenzen halten bis zu:
- HW + SW + Internet + Dienste: Hier gibt es die verheerenden
Kombinationen, die wir alle kennen. Ich kenne einen jungen Mann, der
richtig online-Game süchtig wurde und eine lange Entziehungskur machen
musste. Weiter verbreitet dürften die "sozialen Medien" sein, besonders
die proprietären, die ja ihre "Kunden" möglichst viel und lang binden
*wollen*. Das ist keine Verschwörungstheorie, sondern einfach ihr
Geschäftsmodell, wie sie auch zugeben. Bei freien sozialen Medien dürfte
die Gefahr kleiner sein.
Dazu kommen gesundheitliche Schäden durch den übermässigen Gebrauch
insbesondere von Smartphones, z.B. Augenschäden (starke Kurzsichtigkeit
mit Potential von späteren Netzhautablösungen vor allem durch zu wenig
Tageslicht = Dopaminmangel:
https://www.medmix.at/kurzsichtigkeit-durch-smartphones-und-tablets-hoeheres-risiko/
).
Das obige hat allerdings wenig mit dem Schulprojekt zu tun. Ich meinte
das "Anfixen" im übertragenen Sinn: wer sich als Kind an Apple und
Microsoft gewöhnt, dürfte diese Produkte auch als Erwachsener weiter
verwenden und sie auch seinem Umfeld aufzwängen.
...
>> Aber auch wegen des Datenschutzes, wie du sagst.
>
> Für mich hier das Hauptargument, wie schon anderswo gesagt.
>
>> ... ein
>> Statement, den beschlossenen Weg nicht zu verlassen und es den
>> Stadträten sowie dem Gemeinderat zu mailen,
>
> Weißt du, wo man diese Mail-Adressen findet?
Ja, kann ich heraussuchen.
LG, Theo
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