Re: [wilhelmtux-discussion] Re: GNU/Linux in der öffentlichen Verwaltung in derSchweiz
familie oehler
oehlers at bluewin.ch
Mon Aug 16 09:12:08 CEST 2004
grüezi mitenand,
ich habe die paar zeilen bezüglich der abklärungen im kanton solothurn
gelesen:
>Bis in drei Jahren will der Kanton keine Microsoft-Produkte mehr einsetzen.
>Bader lächelt, als er das erzählt. Pinguin «Tux» spart dem Kanton jährlich
>zwischen 300 000 und 400 000 Franken an Lizenzkosten, die sonst zu Microsoft
>geflossen wären. Nochmal so viel spart Bader, weil Linux-Systeme weniger
>Betreuung benötigen, als vergleichbare Windows-Lösungen. «Ohne Linux und die
>Zentralisierung der Systeme könnten wir die Sparziele des Kantons in der
>Informatik nicht erreichen», so Bader.
wenn der gute herr bader erwartet, dass er mit seinem bestehenden
personalbestand die andere umgebung betreiben kann, wird er sich auf grössere
enttäuschung einstellen müssen. der erfolg wäre dann ungefähr gleich sicher,
wie wenn peter sauber mit velo-mechanikern seine boliden warten würde. ich
habe erfahrungen in diesem bereich. mitunter kann sich die OSS massive
imageschäden einfahren, wenn solche stellen in naiver art und weise
überwechseln und straucheln. wer wird wohl am desaster schuld sein? der gute
herr bader und sein spezialistenteam sicherlich nicht.
>Linux ist aber längst kein blosses Tüftlerprogramm mehr. Besonders im
>Serverbereich ist es unterdessen weit verbreitet, grosse Softwarekonzerne
>sind auf den Zug aufgesprungen. Die Stadt München hat kürzlich den kompletten
>Umstieg beschlossen und auch der Bund prüft derzeit den Einsatz des kleinen
>Pinguins.
die paar zeilen lassen durchblicken, dass der kanton solothurn nur umgestellt
hat, weil münchen umschwenkt. es gibt keine anhaltspunkte, welche auf einen
sachlich und fachlich gut abgestützten entscheid deuten. bezüglich des bundes
schlage ich vor, diejenigen leute im isb etwas genauer zu prüfen, welche mit
dem projekt OSS betraut sind.
>Gerade da zog Pinguin «Tux» die Trumpfkarte. Linux ist im Gegensatz zu
Windows
>ein «Open Source»-Projekt. Das heisst, der Programmcode steht jedermann zur
>Veränderung offen - das System wird von tausenden Tüftlern weltweit stetig
>weiterentwickelt.
im weiteren lässt sich zwischen den zeilen die information entnehmen: OSS
kostet nix. wie stellt sich der herr bader vor, OSS funktionieren soll und wo
die linux entwickler leben? bei den affen im urwald und sind mit einer
handvoll reis und 2 liter wasser in der woche zufrieden? falls dem nicht so
ist, stellen sich folgende fragen:
- weiss der herr bader, dass die entwicklung von linux auch mit kosten
verbunden ist?
- was glaubt herr bader, wer die rechnung bezahlt?
- wie gedenkt herr bader sich an der bezahlung der rechnung zu beteiligen?
- wie stellt sich herr bader sicher, dass OSS auch in zukunft gut
funktioniert?
> «Wir wissen genau, was das Programm tut und können es
>unseren Bedürfnissen anpassen», schwärmt Bader. «Wir können neue Funktionen
>ohne ein riesiges Update einbauen.»
interessant - hmmmm....:
- was wurde den schon geändert?
- wer ist in der lage, das <programm linux> zu debuggen?
- was tut denn das <programm linux> wirklich? wer hat das in solothurn
herausgefunden, herr bader sicherlich nicht.
- welche funktionen haben sie geändert, eingefügt?
- wurden die verbesserungen zurückgegeben, wenn ja - welche änderungen wurden
von OSS aufgenommen?
wenn ich die zeilen durchlese, erkenne ich keinerlei indizien, welche auf
einen intelligenten entscheidungsträger sprechen würden. das was ich sehe und
interpretiere spricht vielmehr für:
- schmarotzer
- unfähigkeit zum differenzieren
- diletantismus oder naivität
- ignoranz
- nachahmer in finanznot.
ich zweifle, ob hier die voraussetzungen gegeben sind, damit der umstieg auch
funktioniert. ich hoffe, dass das erwachen nicht zu spät stattfindet und keine
grösseren schäden für OSS zur folge hat.
ich denke, es wäre dringend nötig, die entscheidungsträger über OSS gemeinde
und deren regeln "nettikette" aufzuklären. gleichzeitig weiss ich, dass die
selbigen leute mit einer art "mentaler schwerhörigkeitt" geschlagen sind.
wenn die gründe für einen systemwechsel finanznot und "die andern machens
auch" sind, ist zu befürchten, dass die richtigen mittel am falschen ort
einsetzt werden. damit erkenne ich ein grosses risiko, das etwas gutes kaputt
gemacht wird (machkernel unter OSS). wer kennt das nicht:
<you can't get fired by choosing ibm>, <you can't get fired by choosing
microsoft>, <you can't get fired by choosing oracle>
es wäre schade wenn es künftig heissen würde: <you can't get fired by choosing
OSS>
sind das wirklich die richtigen mitstreiter für OSS? bis jetzt hatte ich fast
ausschliesslich mit spezialisten kontakt, mit welchen fachlich interessante
diskussionen geführt werden konnten. wie lange dauert's, bis ich ein HowTo mit
"klick da" und "klick dort", "wenn's nicht funktioniert, musst du den system
administrator fragen" finde?
mit freundlichen grüssen
jürg oehler
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