[wilhelmtux-discussion] Re: Statistisches Amt der StadtZürichhat nur Microsoft Excel Tabellen]

Theo Schmidt tschmidt at mus.ch
Mon Jan 13 20:15:08 CET 2003


>Date: Sat, 11 Jan 2003 16:17:00 +0100
>From: "Hubert Inderwildi" <wildi.ch at gmx.ch>
>To: <wilhelmtux-discussion-admin at wilhelmtux.ch>
>
>Da hat sich einer wider selber übertroffen im Haare in der Suppe finden.
>Bitte Nennt mir doch eine Altarantifes Datei Vormat mit einer glich
>grossen Abdeckung sprich Verbreitung wie Microsoft Excel.
>Und denkt bitte daran dass PDF auch nicht Offen ist.

Ich denke Hubert's Einwand muss im Prinzip berücksichtigt werden. PDF 
ist nicht gleich PDF (und ich ärgere mich manchmal genau so über 
schlecht gemachte PDFs wie über grässliche Word-Dateien). Z.B. habe 
ich einmal eine CD-ROM mit den schweizerischen Gesetzestexten von der 
Bundeskanzlei gekauft. Selbst auf dem Acrobat Reader für Macintosh 
war die CD unbrauchbar, da sie auf Navigation und Such-Funktionen 
innerhalb von PDF basierte, auf dem Mac schlicht nicht funktionierte, 
die einzelnen Dateien aber kryptische Namen wie XY789gh.pdf hatten.

Auf einem Linux-System sind die MS-Formate .doc und .xls manchmal die 
einzigen gemeinsamen Formaten zwischen den Programmen (allenfalls 
noch .rtf), leider. Für PS und EPS (für Vektorgrafik) fehlen den 
meisten Leuten ebenfalls die Programme.

Das neue Mac OS X erzeugt übrigens nun sehr einfach PDF-Dateien, aber 
sie sind riesig und für's Internet ungeeignet. Als Interchange-Format 
ist PDF zur Zeit ebenfalls ungeeignet, da Aenderungen und sogar das 
Herauskopieren von Text überaus mühsam ist (was für reine 
Publishing-Aufgaben natürlich erwünscht ist).

Mein Lieblingsformat ist ganz einfaches HTML, und PDF nur für 
wirklich gut gelayoutete Brochüren und Bücher. Ich hoffe, dass XML 
mit der Zeit zum Standard wird, dann ist HTML ein Subset davon.

Das Argument, dass Linux-User nichts mit .doc und .xls anfangen 
können ist seit StarOffice 6.0 nicht mehr richtig, ausser die Dateien 
sind zu kompliziert. Ich habe auch schon mit StarOffice 
Powerpoint-Dateien öffnen können, die Powerpoint selbst nicht 
schaffte (wohl aber der Gratis Powerpoint Viewer).

Allerdings kann StarOffice auf älteren Rechnern nicht installiert 
werden, also gilt das Argument noch ein bisschen.

Ich denke jenseits der Ideologie ist die Frage nicht welches Format, 
sondern eher dass die Dateien ohne zu viel Firlefranz richtig 
abgespeichert werden.

Für westliche Länder halte ich die Frage nicht für so wichtig, jedoch 
für Entwicklungsländer. Die Leute können sich Word und Co. nicht 
leisten, also müssen sie es stehlen oder geschenkt bekommen. Im 
ersten Fall werden sie kriminalisiert, im zweiten vom "Dealer" 
abhängig gemacht.

Theo Schmidt