[wilhelmtux-discussion] Offizielle Gruendungsversammlung

Dietrich Feist dietrich.feist at mw.iap.unibe.ch
Die Mai 28 16:41:35 CEST 2002


Robert Ribnitz wrote:

> Machen wir aus Wilhelmtux die darchorganisation, oder st"ulpen
> wir die dann ueber Wilhelmtux drueber?

Dachorganisation für OSS/FS-Lobbying meinst Du, oder? Nur um das
klarzustellen, wir reden nicht von einer Dachorganisation für die Linux
User Groups, oder? Das ist ein anderes Paar Schuhe, das man unabhängig
davon anpacken sollte. Wilhelm Tux ist nicht Linux-spezifisch, auch wenn
der Name das suggeriert.

Zum Thema selbst kann ich hier natürlich nur meine persönliche Meinung
abgeben. Zur Klarstellung erst mal dieses:

1.) Wilhelm Tux ist von Anfang an als bundesweit agierende
    Lobbying-Organisation gedacht gewesen. Eine Einschränkung auf
    ein bestimmtes Gebiet (Kanton/Sprachregion) war nie beabsichtigt.

2.) Wilhelm Tux hat momentan vermutlich mehr Öffentlichkeit und
    Bekanntheit erreicht als andere Lobbying-Organisationen in der
    Schweiz. Insbesondere der internationale Bekanntheitsgrad ist
    bereits überraschend hoch. Ich denke auch nicht, dass wir bereits
    das Ende erreicht haben.

Meiner Meinung nach dürfen wir in keinem Fall riskieren, den Vorteil der
grossen Publicity wieder zu verspielen. Von daher scheidet für mich die
Gründung einer weiteren übergeordneten Lobbying-Organisation aus, denn
die müsste sich erst noch einmal etablieren. Ich sehe auch den Bedarf
nicht. Den gäbe es erst, wenn man eine grosse Zahl vergleichbar grosser
bundesweit agierender Lobbying-Organisationen unter einen Hut bringen
müsste. Die gibt es aber bisher nicht.

Wilhelm Tux könnte im Prinzip als Dachorganisation für andere, regionale
Lobbying-Gruppen fungieren, muss es aber nicht. Es sollte auch nicht das
Hauptziel sein, sondern höchstens ein Nebenamt. Man müsste auch erst mal
klären, ob diese Gruppen überhaupt den Wunsch nach einer
Dachorganisation verspüren. Wilhelm Tux sollte aber in jedem Fall offen
dafür sein, dass sowohl Einzelpersonen als auch Interessengruppen
mitmachen können und gemeinsame Aktionen durchführen. Dadurch kann sich
jemand sowhl regional bei einer Lobbying-Gruppe engagieren, als auch
gleichzeitig bundesweit bei Wilhelm Tux.

Wir sollten uns an dieser Stelle ganz klar die Frage stellen: "Wie viele
Lobbying-Organisationen braucht die Schweiz?" Wenn wir streng
hierarchisch vorgehen, von der Gemeinde zum Kanton zur Region zum Bund,
dann brauchen wir eine Unmenge Leute und Ressourcen, die es vermutlich
gar nicht gibt. Eine einzige Organisation bündelt die Ressourcen besser,
kann aber schlechter lokal agieren. Von daher sehe ich für die Zukunft
eher ein Nebeneinander von lokalen Lobbying-Gruppen und einem bundesweit
aktiven Wilhelm Tux, die gute Kontakte untereinander pflegen.

Wenn wir uns anschauen, wie unsere gemeinsamen Vorbilder, die grossen
Open-Source-Projekte organisiert sind, dann können wir daraus manches
lernen. Zum Beispiel, dass alle mitmachen können, aber keiner muss. Und
dass alle ein gemeinsames Ziel haben, auch wenn sich nicht alle einig
sind, wie man es erreicht. Und zu guter Letzt, dass das Projekt so offen
sein muss, dass sich die meisten Leute damit identifizieren können,
sonst droht Zersplitterung.

In diesem Sinne: lasst es uns angehen!

Viele Grüsse,

Dietrich