Antwort: [wilhelmtux-discussion] Bundesrat antwortet Postulate vonStänderat Pierre-Alain Gentil (SP/JU) und Nationalrat Josef Zisyadis (PdA/VD)

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Mit Feb 26 14:34:13 CET 2003


nicht gerade umwerfende lektüre; ein besonderer hammmer ist:

"In der Schweiz gebe es viele kleine und mittlere Software-Anbieter, die
kommerzielle Produkte anbieten würden und auch für deren Weiterentwicklung
und Pflege gerade stünden. Auch wirtschaftspolitisch sei deshalb die
ausschliessliche Nutzung von "freier Software" nicht zwingend sinnvoll."

gerade darin liegt eines der grössten IT-probleme der eidgenossenschaft.
für staatliche projekte wird irgendein wurzel-sepp aus hinterhückeldorn
beauftragt, der seinen proprietären murks an einen kanton verkauft. der
nachbarkanton braucht die software auch - mit regional-spezifischen
adaptionen, versteht sich - und beauftragt daher sepp nummer zwei, der auch
wieder einen murks abliefert. letztlich sind kantonssysteme dann sogenannt
"inkompatibel", aber es wurde immerhin in sachen regionalförderung ein
gutes werk getan. meinetwegen kleine anbieter und proprietär, dann aber
sauber und mit offenen standards.

der einwand ist also wirtschaftspolitischer und informatik-strategischer
unsinn höherer ordnung. dass Freier Software kein höherer legitimationsgrad
zugestanden wird, bleibt unkommentiert und ist damit ohne jede
aussagekraft. letztenendes bleibt nur noch das wage versprechen, dass eCH
sich um die frage kümmern wird. mein guter herr römer, keine antwort wäre
wirklich besser gewesen...

gruss,

michi