[linuxola] DEZA-Preis an Penguins4Africa
Theo Schmidt
theo.schmidt at wilhelmtux.ch
Son Sep 16 15:25:16 CEST 2007
Hallo Amadeus und alle,
Amadeus Wittwer schrieb:
...
> ...dass unsere Arbeit in den letzten Jahren nicht auch
> zu solchen Resultaten führte. Warum konnte Linuxola selber nie einen solchen oder
> ähnlichen Preis gewinnen, eine Förderung bewirken? Es ist schlicht und einfach mein
> Schrei an die Wand der Ungerechtigkeit.
Ich glaube es ist keine Frage der Ungerechtigkeit sondern es geht darum,
wieviel Arbeit ins Fundraising oder in die Medienarbeit gesteckt wird,
auch vom Zufall abhängig. Meine Frau erzählt mir beinahe jede Woche von
Spenden, welche bei der Stiftung Umwelt-Einsatz eintreffen, was mich
neidisch macht. Aber: sie macht eben viele Tage nichts anders als
diesbezüglich Leute anschreiben, Projekte und Finanzierungsmodelle
entwerfen, usw.. Bei Linuxola, Wilhelm Tux oder vielen anderen haben wir
halt niemand, der diese Arbeit macht. Studentischen Projekte haben einen
Bonus, dass es um Ausbildung und um junge Leute geht, die man fördern
möchte. Abgesehen vom Goodwill stehen Studenten kurzzeitig grosse
zeitliche und andere Resourcen zur Verfügung.
>> Tja, es scheint einmal mehr zu heissen: Taten sind das eine, Credits dafür was anderes...
> Ich habe es immer so verstanden, dass Credits auf realisierten Taten/Produkten basieren.
Nein, eher auf *Erwartung* *künftiger* Taten. Sobald man etwas gemacht
hat, ist es nicht mehr interessant.
> Aber es scheint auch zu funktionieren, dass man sich mit der richtigen Kooperation -
> das wäre dann das Gegenteil von fork also ein join, Taten aneignet welche man selber
> nicht ausgeführt hat und damit Credits fürs eigene Konto ergattern kann. Denke es ist
> an der Zeit einen netten Eintrag auf der linuxola Page zu erstellen mit dem neuen
> Erfolg unserer "small daughter" Penguins4Africa! ;-)
Klar, aber neutral darstellen.
> Ja, danke für die Lorbeeren auf meinem gesenkten Haupt und den Balsam auf die offene
> Wunde! ;-)
Eine Wunde gibt es nur, wenn man sich verletzt oder eben wie hier
übervorteilt fühlt. Das ist dasselbe Gefühl, welche Urheber haben, die
proprietäre Software schreiben, sich bei Verwertungsgesellschaften
anmelden, ihre Ideen patentieren lassen, und einen riesigen Aufwand
dafür einsetzen, ihre Werke juristisch zu schützen, und trotzdem etwas
"geklaut" wird. Das andere Extrem sind Leute, die sich mehr oder weniger
anonym an einem Gemeinschaftswerk beteiligen, z.B. Wikipedia oder Freier
Software, und sich über den Gesamterfolg freuen. Dazwischen gibt es die
Möglichkeit, seine Urheberschaft zu schützen und Publik zu machen, ohne
damit Geld zu verdienen, z.B. mit entsprechenden CC-Lizenzen. Ich will
damit sagen, dass es von der eigenen Einstellung abhängt, ob man sich
über "Kopien" eigener Arbeit freut oder ärgert (manchmal beides
gleichzeitig!).
> Ich habe das Gefühl, dass es nicht gut ist. Es fehlen die Nachrichten im Linux User oder
> Linux Magazin (linux4afrika.de).
Da muss man eben ständig diese Medien beliefern. Manchmal hat man Glück:
sie bringen sofort etwas, manchmal muss man immer wieder nachhaken. Das
ist eben viel Arbeit.
> ...Wir benötigen mehr human ressources...
Genau. Deshalb müssen wir Gruppen wie Penguins4Africa versuchen
einzubeziehen, auch oder gerade wenn sie kurz in der Sonne stehen...
Viele Grüsse, Theo