[linuxola] Artikel in der NZZ "Mit Ubuntu nach Kamerun"
"Barbara Müller, Geschäftsführerin"
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Mon Jul 31 19:07:17 CEST 2006
Lieber Theo
ich habe den Artikel auch gelesen. Er beschreibt sämtliche
Schwierigkeiten, die wir auch antreffen, allerdings in einem etwas
süffisanten Ton.
Der Artikel zeigt m.A. nach zwei Dinge
1. Open source und ubuntu ist ein Thema auch bezüglich Afrika
2. Wir werden sehr viel Ausdauer brauchen und müssen uns auf eine
längere Zusammenarbeit einstellen. Wir brauchen
Partnerorganisationen vor Ort, die von linux überzeugt sind und
nicht nur technischen support geben können, sondern auch
überzeugungskraft haben.
Beste Grüsse
Barbara
Theo Schmidt wrote:
> Im Artikel der NZZ "Mit Ubuntu nach Kamerun"
> http://www.nzz.ch/2006/07/21/em/articleEATMO.html
> beschreibt Bernd Reichert seine Erfahrungen als freiwilligen
> PC-Supporter in Kamerun. Er schreibt (auszugsweise):
>
> "Ubuntu ist eine Linux-Distribution, die vom südafrikanischen
> Internet-Milliardär Mark Shuttleworth für Afrika finanziert wird. Sie
> gewinnt rasch Anhänger - nur nicht in Afrika, wo sich der Schulung im
> Umgang mit neuen Technologien viele Hürden stellen.
>
> "Sich als freiwilliger Helfer für die UAC-Schule
> <www.unitedactionforchildren.org> in Buea in Kamerun zu melden, ist
> eine besondere Art, Afrika kennen zu lernen. UAC ist eine Primarschule
> mit Kindergarten und angeschlossener Computerschule für Jugendliche
> und Erwachsene. Für die Kosten der Reise und einen Beitrag an Kost und
> Logis bekommt der «Helfer» tiefe Einblicke in die afrikanische
> Mentalität und auch im vorliegenden Fall in das afrikanische
> Verständnis für Computer.
>
> "Die Stadt Buea liegt im englischsprachigen Teil Kameruns am Hang des
> 4200 Meter hohen Vulkans Mount Cameroon auf 1000 bis 1500 Meter Höhe...
>
> "An der UAC-Schule in Buea ist das Betriebssystem Linux kaum, die
> Linux-Distribution Ubuntu überhaupt nicht bekannt. Es stehen dort rund
> 15 etwa 5 Jahre alte und vernetzte PC - ein Geschenk aus
> Grossbritannien. Die Rechner laufen, wie sie vermutlich aus England
> geliefert wurden, mit Software von Microsoft. Dass die
> Computerschulung mit Software erfolgt, die sich kaum einer der Schüler
> jemals legal leisten kann, stört hier niemanden. Software scheint in
> Afrika kaum jemand für viel mehr als den Preis einer kopierten CD zu
> erwerben.
>
> "Dass Ubuntu nichts kostet und man die offizielle Ubuntu-CD gratis
> bestellen kann, finden die Verantwortlichen der Computerschule aber
> trotzdem sehr ungewöhnlich, ja geradezu verdächtig...
>
> "Tintenstrahldrucker für die Wüste?
> ...
> "Geboten werden nämlich Schreibmaschinenkurse, die Schulung in der
> Benutzung von Microsoft Word, Excel, Powerpoint und der Verwendung des
> Internets. Meistens sieht man aber junge Mädchen mit Powerpoint
> Hochzeitskärtchen zeichnen. Ausdrucken können sie diese aber leider
> nicht. Und wenn es Drucker gäbe, fehlte es an Papier, und die
> Tintenpatronen wären leer oder ausgetrocknet. Obwohl
> Tintenstrahldrucker für Afrika aus verschiedenen Gründen ungeeignet
> sind, werden weiterhin ausrangierte Geräte aus der ersten Welt nach
> Afrika geschickt.
> ...
> "Happy End für Ubuntu
> Fasziniert sind die UAC-Mitarbeiter von Daniel, einem jungen
> Webdesigner aus New York, der vier Monate als freiwilliger Helfer an
> der Computerschule in Buea verbringt und ihnen zeigt, wie man mit
> Adobe Photoshop Computerbilder verändern kann. Das späte Happy End für
> Ubuntu kommt erst, als sie feststellen, dass sie Adobe Photoshop nicht
> ohne weiteres überall installieren können und Ubuntu eine Software
> namens Gimp mitbringt, welche nach ihrer Ansicht mit Photoshop
> mithalten kann. Ob die beiden mit Ubuntu installierten Systeme noch
> laufen, lässt sich aus der Schweiz nicht überprüfen. Dort gewinnt der
> Autor die Überzeugung, dass in Afrika andere Dinge wichtiger sind als
> die edlen Grundsätze quelloffener Software und die Afrikaner vor allem
> im Hier und Jetzt leben. Nach einer neuen Software wird wohl erst
> gesucht, wenn die alte wirklich nicht mehr funktioniert. Demzufolge
> wird Open-Source-Software wie Ubuntu in Afrika erst eine Chance haben,
> wenn man kommerzielle Programme nicht mehr kopieren kann."
>
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> linuxola at wilhelmtux.ch
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>
>
--
Barbara Müller
Geschäftsführerin FEPA
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