Re: [linuxola] Linux im Alltagseinsatz - Wie gelingt es uns, mehr Leute für Linux zu gewinnen?
Andreas Rudin
andreas.rudin at revamp-it.ch
Fre Jun 30 20:49:17 CEST 2006
English summary:
2xApplicationServer needs a separate machine with a Windows2000 (or
2003) Server installation and costs several hundred Euro, if you want to
run more then 5 applications on it. to me this can only be a solution
for businesses, that already use a windows Server and want to migrate
step by step to LINUX.
VMware needs a lot of resources. We will try how it works with LTSP in
the next time here in revamp-it, other experiences of people who run
VMware in an LTSP-system are welcome!
I personally hope that wine will improve, because its Opensource,
doesn't need a Windows licence, and doesn't need a lot of resources. We
should encourage small enterprises, who have developed programs for
Windows and can't afford to do a Linux version to get a good wine
compatibility.
WINE WIKI
http://wiki.winehq.org/StartSeite
is a good place to see how things develop, e.g. webcam support in MSN
with wine:
http://wiki.winehq.org/MSN_Messenger_webcam_support
We have the experience that many people from abroad who live in
Switzerland a very disappointed if they can't use a webcam under LINUX,
because they have been very happy to have a regular eye-contact with
their family using a webcam with Windows. We also need to solve this
problem for a internet café we installed with LTSP here in Zurich.
Hallo zusammen
Es freut mich, dass mein Beitrag schon einiges an Echo ausgelöst hat!
Ich habe mir gerade mal die Infos über den 2xApplicationServer
heruntergeladen (siehe der erste Link von Amadeus).
Das tönt ja schon spannend, aber der grosse Haken daran ist natürlich,
dass diese Software nur auf einem Windows2000 (bzw. 2003) Server
installiert werden kann und auch nur für maximal 5 Programme gratis
verwendet werden kann.
Für Privatpersonen scheidet die Sache damit natürlich sowieso aus und ob
es Sinn macht, in einer LTSP-Umgebung parallel einen Windows-Server
laufen zu lassen, ist natürlich auch sehr fraglich, zumal neben den
Kosten für die zusätzliche Hardware und die Windows-Lizenz beim Einsatz
von mehr als 5 Windows-Programmen auch noch eine nicht zu
vernachlässigende Lizenzgebühr für den 2xApplicationServer von einigen
Hundert Euro dazukommt.
Interessant scheint mir die Sache allenfalls für Firmen, die sowieso
(noch) einen Windows-Server im Einsatz haben und schrittweise auf Linux
umsteigen wollen.
Der Einsatz von VMwareServer eignet sich, wenn ein schneller und
leistungsfähiger Computer mit relativ viel Arbeitsspeicher zur Verfügung
steht.
Das kommt grundsätzlich für Einzelpersonen mit entsprechend neuer
Hardware in Frage. Um auf einem LINUX-Rechner Windows-Programme laufen
zu lassen, muss aber doch zunächst eine normal lizenzierte
kostenpflichtige Windows-Version als virtuelle Maschine installiert
werden. Kostenmässig kommt das also wahrscheinlich nicht wesentlich
günstiger als der Betrieb eines Zweitrechners mit
Windows-Betriebssystem, der mit dem Linuxrechner via Samba vernetzt ist
und wo mittels Umschalter zwischen beiden Maschinen hin- und
hergewechselt werden kann, da für die gleiche Leistung zwei etwas ältere
Rechner mit deutlich günstigeren Kosten ausreichen. Eventuell kommt die
Energiebilanz bei einer Maschine etwas günstiger, aber ich denke, dass
auch das der Unterschied nicht allzu gross ausfallen dürfte.
Inwieweit sich VMware für den Einsatz auf einem LTSP-Server eignet, muss
ausprobiert werden. Hat da jemand schon Erfahrungen damit?
Sicher ist dafür ein sehr starker Server nötig, da ein LTSP-System an
sich ja schon einiges an Anforderungen an den Server stellt. Trotzdem
denke ich, dass es sich lohnt, da mal einige Tests zu machen - wir hier
bei revamp-it haben auf jeden Fall vor, in der nächsten Zeit einige
Versuche mit VMware zu starten.
Erfahrungen und Tipps dazu sind also willkommen!
Am sympathischsten ist mir jedoch, wenn es gelingt wine so
weiterzuentwickeln, dass es immer breiter eingesetzt werden kann.
Die grossen Vorzüge von wine:
Es handelt sich um ein OpenSource-Produkt, das völlig unabhängig von
Microsoft ist und keinerlei Windowslizenzen benötigt.
Der Resourcenverbrauch gegenüber VMware und ähnlichen Lösungen ist sehr
bescheiden, es kann also auf jedem Linuxrechner sowohl im
Einzelplatzeinsatz wie in einem LTSP-System jederzeit eingesetzt werden.
Ich finde, wir sollten unbedingt den Hinweis von Theo berücksichtigen,
dass es für Softwarefirmen einfach ist, eine gute wine-Kompatibilität zu
gewährleisten.
Für viele kleinere Firmen, für die der Aufwand eine eigene Linuxversion
ihrer Software zu erstellen, vielleicht zu gross ist, könnte dies ja ein
anzustrebendes Ziel oder zumindest ein Zwischenschritt sein.
Das heisst, es lohnt sich sicher, wenn möglichst viele Linuxuser die
Herstellerfirmen von Windows-kompatiblen Programmen, für die es bisher
keinen vollwertigen Ersatz im LINUX-Bereich gibt, bitten, sich um eine
gute wine-Kompatibilität zu bemühen.
Theo, hast Du Dich mal umgesehen, ob es da eine handliche Anleitung
gibt, auf die wir die entsprechenden Firmen jeweils per Link aufmerksam
machen könnten?
Wie ich vorhin bei einem kurzen Blick ins "WINE WIKI"
http://wiki.winehq.org/StartSeite
gesehen habe, tut sich im Bereich von wine durchaus auch einiges.
So habe ich zum Beispiel folgende Anleitung für die Installation des MSN
inklusive Webcam-Support mit wine gefunden:
http://wiki.winehq.org/MSN_Messenger_webcam_support
Ich werde das nächstens mal ausprobieren.
Zu Deiner Bemerkung Amadeus:
Ich denke nicht, dass der Chat via USB Webcam das Problem ist.
Solche Menschen fahren meistens auch einen PW mit 300PS,
was ich dann schon eher als stöhrend und umweltschädigend
empfinde.
kann ich nur sagen, dass bei uns in den letzten Monaten mindestens jedeR
zweite KundIn, die den Mut hatte, Linux auszuprobieren, bisher gewohnt
war, eine Webcam einzusetzen. Das sind vor allem viele AusländerInnen,
die mit einem sehr schmalen Budget durchkommen müssen, und durch die
Webcam die Möglichkeit haben, regelmässig mit ihrer Familie in Übersee
Blickkontakt aufzunehmen, da Besuche aus finanziellen Gründen, wenn
überhaupt nur sehr selten möglich sind.
Ein anderes Beispiel ist ein von einem Afrikaner betriebenes
Internetcafé, das sich hauptsächlich an AfrikanerInnen richtet, das wir
hier in Zürich als LTSP installiert haben.
Einige KundInnen haben zu Hause vielleicht schon einen älteren PC und
kommen ins Internetcafé, weil sie dort mehr Möglichkeiten erwarten wie
mit ihrem PC zu Hause. Wenn es uns nicht in nützlicher Zeit gelingt, die
Webcam-Unterstützung unter Linux für dieses Internetcafé
zufriedenstellend zu lösen, werden dort schrittweise wieder
Windowsrechner eingerichtet werden und Linux verschwindet....
Als Übergangslösung haben wir uns jetzt schon dazu breit schlagen
lassen, eine Windows2000-Maschine zusätzlich zum LTSP-Netzwerk
einzurichten, da der Betreiber des Internetcafés sonst ganz ausgestiegen
wäre.
Ich denke, dass wir für die LTSP-Systeme, die wir via LINUXOLA nach
Afrika schicken nicht ganz so unter Druck sind, da die Leute froh sind,
wenn sie überhaupt Computer bekommen, aber auch da werden die Ansprüche
schnell steigen.
Und es wäre ja schon wünschenswert, wenn immer mehr Leute aus
Überzeugung LINUX wählen, und das nicht nur aus ideologischen Gründen,
sondern weil sie die Erfahrung machen, dass Linux schlicht die bessere
Lösung für sie ist.
Damit das Mail nicht zu lange wird, stoppe ich hier mal und mache noch
einen zweiten Beitrag zu einer ganz konkreten Installationserfahrung mit
Edubuntu 6.06.
Liebe Grüsse
Andreas
Amadeus Wittwer wrote:
> Wenn es nicht OHNE gehen sollte:
> http://www.pro-linux.de/news/2006/9890.html
> oder eben
> http://www.vmware.com/products/server/
>
>
--
revamp-it
Rosengartenstr. 1
8037 Zürich
0041 43 960 32 64
skype: arevamp
www.revamp-it.ch