Re: [linuxola] Linux im Alltagseinsatz - Wie gelingt es uns, mehr Leute für Linux zu gewinnen?
Theo Schmidt
theo.schmidt at wilhelmtux.ch
Fre Jun 30 09:52:58 CEST 2006
Andreas Rudin schrieb:
> English summary:
>
> Its still difficult to convince people to work with Linux on their
> desktop computers, as many things, they are used to in Windows don't
> function correctly in Linux.
I agree. It is easier for absolute beginners to use Windows for many
things, but the system will be broken relatively soon due to viruses and
the total costs therfore much higher.
We should preinstall OpenOffice on the few Windows-PCs we sell in Linuxola.
About half the Linuxola board doesn't use Linux. We should therefore
hold a workshop.
...
> Allerdings machen wir dann immer noch die Erfahrung, dass die vorhanden
> Linux-Lösungen für normale Desktop-User immer noch deutlich hinter dem
> her hinken, was sich die Leute von Windows gewöhnt sind.
Das sehe ich auch so, ausser man hat richtig ausgesuchte Hardware und
keine ausgefallenen Spezialwünsche. Mit Windows können sich tatsächlich
auch unbeholfene Menschen alles mögliche zusammenklicken, aber dafür ist
ihr System meisten relativ schnell unbrauchbar. *Alle* meine Bekannten
mit Windows-Systemen kaufen sich regelmässig neue PCs, nur damit sie zu
einem frischen Windows kommen, und dazwischen brauchen sie mindestens
eine komplette Neuinstallation, die etwa gleich viel kostet, wie der PC.
Kein Wunder, lieben Industrie und Gewerbe Windows: für sie ist es eine
Win-Win Situation! ;-)
Bei Linux nerven die Dinge hingegen am Anfang, vor allem beim
Konfigurieren von unpassender Hardware; da gibt man schnell auf.
Insbesondere Drucken ist unter Linux immer noch schwarze Magie und auch
der beste, perfekt konfigurierte Drucker spuckt zuweilen Seiten mit
Hieroglyphen. Das nervt extrem.
...
> So gibt es leider immer noch keine überzeugende Chatlösung, die
> einwandfrei mit einer Webcam funktioniert...
Die Unterstützung für Webcams ist zur Zeit unter Linux ganz miserabel.
Aber ich denke nicht, dass das allzuviele Leute betrifft.
> Praktisch alle Software, die die Leute bisher auf CD sich gekauft hatten
> (alle Arten von Lernprogrammen, Programme zur Unterstützung von
> Freizeitaktivitäten und Hobbies (Gestaltung, Architektur, Musik etc.)
> laufen nur unter Windows (und allenfalls noch auf einem MAC), von
> Spielen mal ganz abgesehen.
>
> Wine als die einzige reine OpenSource-Lösung für den Einsatz von Windows
> Programmen unter Linux funktioniert leider in vielen Fällen nur sehr
> unzuverlässig.
Meine Erfahrungen sind eher, dass viele Programme unter Wine gar nicht
laufen, aber wenn sie es tun, laufen sie zuverlässig. Es ist wie bei den
Hardware Treibern das fehlende Interesse der Hersteller, denn für sie
wäre es einfach, eine gute Wine-Kompatibilität hinzukriegen.
...
> Umgekehrt haben wir aber auch Erfolge zu verzeichnen, so ist es für
> viele überzeugend von Microsoft Office auf Open Office umzusteigen, da
> die grössere Funktionenvielfalt (z.B. Export im PDF-Format - Umgang mit
> html-Dokumenten ...) von Open Office viele begeistert.
Da OpenOffice gerade auf Windows sehr einfach zu installieren ist,
müssten wir das unbedingt auf die wenigen Windows-PCs tun, welche
Linuxola verkauft. Bei den ganz alten geht das allerdings nicht, denn
das riesige Programm verlangt viele Resourcen.
...
> Schön wäre es natürlich, wenn es uns gelingt, über diese Diskussion
> unseren Erfahrungsschatz auszutauschen und so gemeinsam dem Ziel näher
> zu kommen, dass Linux vermehrt im Alltag eingesetzt werden kann.
Ich stelle fest, dass wohl etwa die Hälfte des Linuxola-Vostands Linux -
aber auch freie Software für Windows wie Open Office - nur vom
Hörensagen kennt. Das ist - gerade wegen der oben angesprochenen
Probleme - überhaupt kein Vorwurf. Jedoch ist es klar, dass dann der
Bezug zum einen Teil unserer Tätigkeit fehlt.
Ich habe schon mal einen Workshop angeregt. Diesen sollten wir unbedingt
mal machen, zumindest in kleinem Rahmen für den Vorstand und
Interesierte. Das heisst nicht, dass rasche Migrationen forciert werden
sollen, aber Ziele für die Zukunft könnten formuliert werden.
Theo Schmidt